Sehr geehrte Gaadnerinnen und Gaadner!
Das Maibaumaufstellen sowie das damit verbundene Fest am Kirchenplatz gehören seit Generationen zu unserem Dorfleben und sind ein wichtiger Teil unseres Brauchtums. In den vergangenen Jahrzehnten zeigte sich stets die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Gaaden dafür verantwortlich, den Baum händisch und ausschließlich mit Muskelkraft aufzustellen – als eine der letzten Feuerwehren in der gesamten Umgebung. Das war für uns immer eine große Freude und Ehre. In den letzten Jahren mussten wir jedoch, hauptsächlich aufgrund personeller Veränderungen zunehmend feststellen, dass uns das händische Aufstellen des tonnenschweren Baumes immer schwerer fällt.
Aus diesem Grund wurde das Thema „Maibaum“ in der letzten Chargensitzung intensiv behandelt und diskutiert. Bei einem grundlegenden Punkt waren wir uns alle einig: Als Freiwillige Feuerwehr tragen wir Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und stehen für die Sicherheit und den Schutz der Menschen in unserer Gemeinde ein. Auch bei kulturellen Veranstaltungen muss Sicherheit oberste Priorität haben – sowohl für unsere Mitglieder als auch für die Besucherinnen und Besucher. Ebenso einig waren wir uns darüber, dass das händische Aufstellen eines rund 20 Meter langen und tonnenschweren Baumes unter geänderten Voraussetzungen sowie ohne zusätzliche Sicherung und ohne ausreichende Sicherheitsabstände zum Publikum, von unserer Seite nicht mehr verantwortet werden kann.
Leider kommt es jedes Jahr immer wieder zu Unfällen beim Maibaumaufstellen, bei denen Bäume umfallen und Menschen schwer verletzt werden – vereinzelt sogar mit tödlichen Folgen. Neben dem menschlichen Leid sind in einem solchen Fall auch straf- und zivilrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen nicht nur möglich, sondern höchstwahrscheinlich. Diese vermeidbaren Risiken sehen wir im Rahmen unserer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht mehr als verhältnismäßig an.
Da es uns jedoch ein großes Anliegen ist, dieses schöne Brauchtum weiterhin zu pflegen, haben wir das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. Unsere Bedenken fanden Gehör, weshalb uns zugesagt wurde, dass eine alternative Lösung für das Aufstellen des Maibaumes erarbeitet werde. Als Freiwillige Feuerwehr werden wir selbstverständlich weiterhin Teil des Maifestes sein und den Besucherinnen und Besuchern ein interessantes feuerwehrspezifisches Programm bieten: Unter dem Motto „Blaulicht und Bohnen“ laden wir Sie zu Kaffee und guten Gesprächen in entspannter Atmosphäre ein! Lernen Sie dabei Ihre Feuerwehr kennen, blicken Sie hinter die Kulissen, informieren Sie sich über unsere Tätigkeiten sowie die Aufnahme in unser Team und üben Sie die richtige Handhabung von Feuerlöschern unter realitätsnahen Bedingungen.
Kurz gesagt: Unser Ziel ist es, Tradition und Sicherheit miteinander zu verbinden. Wir freuen uns daher darauf, das Maifest auch heuer wieder gemeinsam mit Ihnen zu feiern und diesen schönen Brauch in Gaaden, wenn auch in etwas abgewandelter Form, lebendig zu halten! Seien Sie dabei! ![]()
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Zum Abschluss noch ein paar kritische Stimmen – und unsere Antworten:
„Immer hat’s funktioniert, und jetzt auf einmal nicht mehr?“
Manche Dinge ändern sich mit der Zeit. Es ist uns wichtig, mit unserer Mannschaft sowie den uns zu Verfügung stehenden Mitteln unsere Kernaufgaben jederzeit und zu 100 Prozent erfüllen zu können. Das Maibaumaufstellen unterliegt nun eben einer gewissen Veränderung. Deswegen: „Starke“ Mitglieder sind bei uns immer herzlich willkommen – treten Sie gerne der Feuerwehr bei und unterstützen Sie uns! ![]()
„Wieso stellt ihr nicht einfach einen kleineren Baum auf?“
Auch bei einem kleineren Baum könnten mit den aktuellen Voraussetzungen und den örtlichen Gegebenheiten am und rund um den Kirchenplatz die notwendigen Sicherheitsabstände aus unserer Sicht nicht eingehalten werden.
„Geht die Feuerwehr jetzt auch kein Risiko mehr bei ihren Einsätzen ein?“
Bei Einsätzen lassen sich gewisse Risiken leider nicht vermeiden – schließlich geht es dort um Menschen in Not. Bei kulturellen Veranstaltungen hingegen versuchen wir vermeidbare Risiken bewusst zu reduzieren. Wenn jemand Hilfe braucht, werden wir – so wie seit 155 Jahren – selbstverständlich alles in unserer Macht Stehende tun, um zu helfen. Dank Ihrer Unterstützung haben wir dafür die bestmöglichen Voraussetzungen.
„Das ist alles eine Frechheit!“
Wir verstehen, dass diese Änderung für manche ungewohnt ist und auch kritisch gesehen wird. Uns ist die Entscheidung nicht leichtgefallen, aber wir haben sie verantwortungsvoll und im Sinne der Sicherheit für alle Beteiligten getroffen. Wir hoffen daher auf Ihr Verständnis.
Ihre Freiwillige Feuerwehr Gaaden